
Das Warten hat ein Ende: Apple hat auf seinem Firmengelände in Cupertino das nächste iPhone präsentiert. Auf ein komplett neu gestaltetes iPhone 5 müssen die Fans jedoch (noch) verzichten. Stattdessen wurde das eigentlich nur als „Billig-iPhone“ erwartete Modell 4S vorgestellt, das seinem Vorgänger iPhone 4 äußerlich stark ähnelt. Im Inneren jedoch steckt ein ganzer Haufen neuer Highend-Technik, die für das Gerät leistungsmäßig durchaus einen kleinen Quantensprung bedeutet.
So arbeitet das neue iPhone 4S mit einem Apple-Prozessor vom Typ A5, der bislang nur im iPad 2 seinen Dienst verrichtet. Seine zwei Kerne takten mit jeweils 1,2 GHz, die Grafikleistung soll gegenüber dem Vorgängermodell um das Siebenfach gesteigert worden sein. Eine Präsentation des gleichzeitig vorgestellten iOS-Spiels Infinity Blade 2 von Epic Games auf dem neuen Mobiltelefon ließ denn auch erahnen, dass das iPhone 4S auch künftig wieder den Maßstab für mobiles Gaming setzen dürfte.
Auch bei der Kamera hat es wesentliche Änderungen gegeben. Sie löst nunmehr 8 Megapixel auf und arbeitet mit einem rückwärtig beleuchteten CMOS-Sensor, der deutlich rauschärmer arbeiten soll als bisherige Handy-Kamerasensoren. Auf seine lichtempfindliche Oberfläche sollen zudem 73 Prozent mehr Licht fallen, ein fest eingebauter Infrarotfilter verbessert die Bildqualität weiter. Auch ein LED-Blitzlicht unterstützt die Kamera. Das Objektiv wiederum besteht aus fünf Linsenelementen und arbeitet mit einer Anfangsblendenöffnung von f/2,4. Auch Videos in Full-HD-Auflösung (1.080p) sind mit dem iPhone nun möglich.
Eine weitere Änderung gibt es als Reaktion auf das sogenannte „Antennagate“ des Vorgängers. Nunmehr sorgen zwei getrennte Antennen für Empfang und Senden, was nebenbei auch die HSPA-Datenleistung auf 14,4 MBit/s anhebt. Natürlich soll auf diese Weise auch die Sprachqualität höher ausfallen. Ferner funkt das neue iPhone sowohl im GSM- als auch im CDMA-Netz – es kann also weltweit verwendet werden. Und nicht zuletzt wird es das Handy künftig in drei Versionen geben: mit 16, 32 und 64 Gigabyte Speicherplatz.
Erstaunlicherweise haben Fangemeinde wie auch Medienlandschaft verhalten auf die Vorstellung des Handys reagiert. Sicherlich: Der erwartete, große Knall ist ausgeblieben. Es gibt weder ein revolutionäres neues Design, noch Neuheiten wie LTE. Das Apple iPhone 4S ist aber auch vielmehr eine konsequente Fortführung seines Vorgängers, so wie einst das 3G S vom 3G. Und als solche kann das Gerät durchaus überzeugen. Nur eines kann man Apple tatsächlich vorwerfen: Im 4S wird das gleiche Retina-Display mit 3,5 Zoll Bilddiagonale und 640 x 960 Pixeln Auflösung eingesetzt wie beim iPhone 4. Dabei hätte im gleichen Gehäuse auch gut ein 4-Zoll-Display Platz gefunden, wie Analysten erstaunt anmerken.

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Das 4″-Display hätte aber Innenausbaufläche gekostet, da der Rahmen nach innen geht. Er nimmt nicht nur 2 (senden, empfangen), sondern nun 4 Antennenabschnitte auf.
Die Erwartungen der Apple-Jünger waren einfach zu hoch, durch Medien gepuscht.
Noch größer? Da es ein iPad gibt, sollte man von der Eierlegenden Wollmichsau Abstand nehmen – wer will schon ein Brikett am Ohr halten, um zu telefonieren.
LTE? Wozu? Wer kann es denn schon nutzen? Gerade dort, wo es gebraucht würde, auf dem offenen Land ist es nicht verfügbar. Die Provider müssen erst mal die Netze ausbauen und stabilisieren, bevor immer Neues angefangen wird.