Das Ganze versteckt sich hinter einer auf den ersten Blick sensationellen Diebstahlsicherung. Sobald die „Systeme und Methoden zur Identifizierung unautorisierter Nutzer eines elektronischen Gerätes“ einen nicht autorisierten Nutzer feststellen, werden aktive Programme beendet oder sogar das ganze Gerät notabgeschaltet. Sensible Daten könnten aus der Ferne gelöscht werden, mit GPS wäre das Handy lokalisierbar. Und nicht zuletzt könnte das Handy unbemerkt ein Foto des Diebes schießen und an eine Sicherheitszentrale schicken.
Ähnliche Sicherheitsdienste bietet Apple bereits im Rahmen seines MobileMe-Programms an. Der große Unterschied aber ist, dass der Besitzer des Handys diese Vorgänge selbst von einem Computer aus anstoßen muss. Das neue Patent aber sieht einen intelligenten Automatismus des Gerätes selbst vor, so dass die Zeitspanne zwischen missbräuchlichem Zugriff und Abschaltung minimal ist. Das Problem an der Sache: Zu diesem Zweck soll das iPhone seinen Nutzer ständig überprüfen.
Denn ob das Gerät missbräuchlich verwendet wird, lässt sich nur durch eine totale Überwachung feststellen. So soll die Diebstahlsicherung Stimme, Gesicht oder Herzfrequenz mit den gespeicherten Merkmalen der registrierten Nutzer vergleichen. Der Nutzer würde nicht einmal erfahren, dass eine Gesichtserkennung oder ein Stimmvergleich stattfindet, geschweige denn, dass die so erhobenen Daten an einen zentralen Server gehen, um im Missbrauchsfall sofort abrufbar zu sein.
Für einen Dieb wäre das iPhone damit in der Tat weitestgehend unattraktiv geworden. Doch diese Form der heimlichen Totalüberwachung des Nutzers erinnert frappierend an George Orwells „1984“ – dagegen ist Googles Street View ein echter Chorknabe…

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