Ratgeber: Handschrifterkennung bei Handys

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Denn die Handschrifterkennung hat gleich mehrere große Vorteile: Als Softwarelösung verzichtet sie auf eine physische Tastatur, die meist unter dem Display versteckt angebracht wird und dadurch das Handy dicker und schwerer macht. Zugleich macht sie sich zunutze, dass die meisten Menschen schneller schreiben als tippen können. Die Eingabe auf dem Display erfolgt in der Regel mit einem kleinen Stift. Dieser wird Stylus genannt und ist im oder am Gerät verankert. Moderne Software hat dabei meist keine Probleme, auch unsichere Handschriften zu erkennen.

Sichere Erkennung – einfach wissen, „wie“
Der Schreiber muss lediglich einige Tricks beim Schreiben kennen. Der Grund ist so banal wie unumgänglich: Verschiedene Menschen schreiben auch Buchstaben unterschiedlich. Damit die Erkennung für jeden gleichermaßen funktioniert, nutzen viele Handschrifterkennungsprogramme stilisierte Buchstaben. Das heißt zum Beispiel, dass ein „F“ nicht mit beiden Querbalken geschrieben werden muss. Stattdessen wird der Stift in einer leichten Kurve von rechts oben nach links unten gezogen.

Versucht man stattdessen, auch den Querbalken zu ziehen, so interpretiert die Software das Absetzen des Stiftes bereits als neues Zeichen, zum Beispiel einen Bindestrich. Das bedeutet zwar, dass man anfangs etwas üben muss, doch schon nach kurzer Zeit dürfte dem Eingeben auch langer Texte nichts mehr entgegen stehen. Einige Handys wie das Simvalley Smartphone XP-25 korrigieren dabei automatisch fehlerhafte Eingaben oder schlagen mögliche Interpretationen des Zeichens vor.

Groß- und Kleinschreibung sowie die Unterscheidung in Buchstaben oder Zahlen erkennt die Software meist durch die Eingabe in bestimmten Bildschirmsektoren. Bei früheren Palm-Smartphones gab es dafür jeweils ein eigenes kleines Kästchen, Sony-Ericsson-Geräte unterscheiden schlicht anhand der Position auf dem Display: Ist das Zeichen oberhalb der Bildschirmmitte, ist es eine Zahl, genau auf der Bildmitte ein Großbuchstabe und darunter ein Kleinbuchstabe. Andere Systeme wiederum setzen auf eine logische Erkennung und bieten nachträgliche Korrekturmöglichkeiten an.

Schreibschrift macht Probleme
Besonders zuverlässig funktioniert Software, bei der jeder Buchstabe einzeln eingegeben wird. Der Anwender schreibt sozusagen einen Druckbuchstabentext, was mit einiger Übung dank der stilisierten Eingabe sehr zügig vonstatten geht. Weniger zuverlässig funktioniert bislang dagegen Software, bei der ein Fließtext in Schreibschrift eingegeben wird. Denn da die Schreibschrift einzelner Anwender stärker voneinander abweicht als deren Druckschrift, ergeben sich für alle Interpretationsroutinen vielfältige Fehlerquellen. Diese Form der Handschrifterkennung ist daher noch vergleichsweise selten und eher weniger zu empfehlen.

Umsetzung in Handys
In wie weit die Handschrifterkennung nun in einem Handy umgesetzt ist, hängt stark vom jeweiligen Modell ab. Vielfach dient die Software lediglich als Alternative zu einer zusätzlich vorhandenen, ausziehbaren QWERTZ-Tastatur. In solchen Fällen beschränkt sich die Erkennung oftmals auch nur auf Textanwendungen wie SMS, MMS oder dem Arbeiten in Office-Dokumenten. Bei der Eingabe anderer Texte wie zum Beispiel beim Anlegen von Kontakten wird dann wieder auf die physische Tastatur zurückgegriffen.

Vor allem LG Electronics und Sony Ericsson sind aber bei ihren Mobiltelefonen oftmals noch einen Schritt weiter gegangen. LG hat beim KP500 die Handschrifterkennung auch in der Notizzettelanwendung implementiert. Und Sony Ericsson hat beim G700 und G900 die Handschrifterkennung sogar für die Eingabe von Webadressen, E-Mail-Adressen, Terminen oder Kontakten aktiviert. Vor allem bei der Eingabe von Texten mit vielen Sonderzeichen erwies sich die Software als wahrer Engel.

Leider handelt es sich dabei durchweg um mittlerweile veraltete Handy-Modelle. Denn bislang hat sich die Handschrifterkennung nicht durchsetzen können. Dies liegt allerdings nicht an der Handschrifterkennung sondern am Trend zu kapazitiven Touchscreens. Diese lassen sich erheblich bequemer mit dem Finger bedienen und erlauben Multitouch – leider können sie nicht mit einem herkömmlichen Stylus bedient werden. Eine einsame Ausnahme ist das neue Samsung Galaxy Note, das mehr nach einem Tablet aussieht als nach einem Handy. Leider hat sich dessen Handschrifterkennung im Test zwar als sehr zuverlässig, aber auch extrem langsam herausgestellt. Da ist das Tippen mit der virtuellen Tastatur erheblich schneller. Bleibt zu hoffen, dass künftige Firmware-Upgrades die Funktion noch beschleunigen.

Stand: 09/2011

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