Software Betriebssystem Android 2+3 Android 4
Dafür sorgt Googles Online-Handelsplattform „Android Market“, die nach dem Vorbild von Apples App Store bereits Software für nahezu jeden Nutzungsbereich bereitstellt. Der Anwender kann sich also direkt von einer zentralen Plattform aus mit jeder beliebigen Software versorgen, die er eventuell gebrauchen kann. Da Android unter einer Open-Source-Lizenz betrieben wird, sind besonders viele Entwicklergruppen motiviert, an dem Projekt mitzuarbeiten und Software für Android-Handys zu programmieren. Dies soll auf lange Sicht dafür sorgen, dass der Android Market noch erfolgreicher wird als Apples App Store – und Android ist auf einem guten Weg dahin.
Zusätzliche Software von allen Seiten
Dies liegt darin begründet, dass der Source Code der Plattform von allen Mitgliedern der Herstellerallianz „Open Handset Alliance“ frei genutzt werden kann. Dadurch reduzieren sich natürlich die Forschungskosten jedes einzelnen Unternehmens. Und dies motiviert eben mehr Entwickler, an dem Projekt mitzuarbeiten. Da der Quellcode zudem in sogenannten Developer-Kits der Fan- und Entwicklergemeinde zur Verfügung gestellt wurde, kann diese ebenfalls ihre eigenen Applikationen programmieren und dem verfügbaren Softwarepool hinzufügen.
Dass dies so einfach möglich ist, liegt an der offenen Systemarchitektur von Android, die bewusst auf eine möglichst einfache Erweiterbarkeit ausgelegt wurde. Schließlich ist Android letzten Endes auch nichts anderes als ein stark weiter entwickeltes Linux, das auf dem bekannten Kernel 2.6 aufbaut. Mit Ausnahme des Systemkerns selbst können alle Komponenten des Systems frei ausgetauscht werden, und die Herstellerallianz ermutigt dazu auch ausdrücklich. Wem zum Beispiel die Anwendung für SMS nicht gefällt, der lädt sich halt einfach eine andere herunter.
Ein Minimum an Betriebssystem, ein Maximum an Flexibilität
Das Ganze kann so zusammengefasst werden: Android soll ein Minimum an Betriebssystem vorgeben und ein Maximum an Flexibilität bei der Ausgestaltung desselben bieten. Android-Handys werden also tendenziell mit relativ wenig Anwendungen ausgeliefert. Doch alles, was vermisst wird, kann man dann auf Android Market finden und nachinstallieren – das Baukastenprinzip lässt grüßen.
Mittlerweile sind bei fast jedem großen Handy-Hersteller – Nokia ausgenommen – Android-Handys im Angebot. Insbesondere HTC und Samsung treiben die Verbreitung des Betriebssystems voran. Damit hat sich Android als die Alternative zu den anderen großen Betriebssystemen etabliert und dominiert den Markt aktuell sogar. Auf absehbare Zeit dürfte kein anderes Betriebssystem an die Popularität von Android heranreichen und selbst das iPhone kann trotz stetig steigender Verkaufszahlen nicht an die geballte Marktmacht von Android ankommen.
Frühe Android-Versionen
Das Android-System musste allerdings erst reifen. Anfangs waren viele Funktionen nur eingeschränkt verfügbar. Erst Android 2 hat zum Beispiel endlich Multitouch ermöglicht. Das Motorola Milestone hat hierbei den Anfang gemacht. Und erst seit Version 2.2 Froyo können Apps auch auf Speicherkarten abgelegt werden.
Mit Version 2.3 (Gingerbread) wurde Anfang 2011 die NFC-Unterstützung integriert, dazu kamen Verbesserungen bei der SIP-/VoIP-Unterstützung und der Akkulaufzeit. Das kleinere Update auf 2.3.3 brachte dann noch eine kleine Sensation: Es nutzt die neue NFC-Funktionalität, um den lästigen Pairing-Prozess bei Bluetooth zu umgehen. Künftig müssen Android-Nutzer also nur noch beide Geräte kurz aneinanderhalten und die Bluetooth-Verbindung steht automatisch.
Android 3.0 wiederum wurde speziell für Tablet-PCs entwickelt, als klar wurde, dass sich das Google-OS in dieser Gerätesparte noch schneller verbreiten würde als bei den Handys. Android 3.0 ist auf die größeren Bildschirmauflösungen und besonderen Eigenarten von Tablet-PCs hin optimiert worden. Für Handys wurde diese Version nicht freigegeben.
Android 4.0
Die aktuellste Version von Android hat dieses Wirrwarr beendet. Endlich gibt es eine Einheitsoberfläche für alle Geräte: Ob Smartphone, MP3-Player, Tablet-PC oder sogar Fernseher – alle Endgeräte sollen künftig auf der selben Android-Plattform laufen und auf diese Weise das App-Ökosystem wirklich grenzenlos nutzbar machen. Weitere Verbesserungen sind ein schnellerer Zugriff auf häufig genutzte Anwendungen, die Möglichkeit zum Vergrößern oder Verkleinern von Homescreen-Widgets, das Anlegen von Ordnern und eine kontextbezogene Action-Toolbar mit jeweils passenden Schnellzugriffen. Ferner gibt es noch mehr Bediengesten und ein vernünftiges Benachrichtigungsmenü, das vom Lockscreen aus erreichbar ist.
Stand: 11/2011

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