Denn mit der neuesten Version Windows Phone 7 ist Microsoft in eine neue Ära aufgebrochen und hat den alten Muff endlich abgelegt. Galt Windows Mobile noch als fummelig und ebenso komplex wie das Desktop-Betriebssystem, kann das neue Windows Phone 7 mit einer ausgesprochen aufgeräumten Oberfläche und kinderleichten Bedienung aufwarten. Das hat viele Beobachter überrascht, denn WP7 gilt als deutlich einfacher zu bedienen als beispielsweise Android. Ein weiterer Vorteil der mobilen Windows-Variante ist ihre hundertprozentige Kompatibilität mit Windows für Desktop-Computer und Notebooks. Dies erleichtert insbesondere die Synchronisation des Smartphones mit entsprechenden Computern.
Vorteil: Gewohnte Windows-Software
Für Neulinge im Bereich Smartphones ist zudem angenehm, dass es für Windows-Phone-Geräte abgespeckte Office-Paket-Versionen gibt, mit denen wie vom heimischen Rechner gewohnt an Word-, Excel- oder Powerpoint-Dateien gearbeitet werden kann. Entsprechende Office-Anwendungen bieten andere Plattformen wie Symbian zwar auch, doch Windows Phone hat den Vorteil des bekannten Arbeitsinterfaces. Ähnliches gilt für Outlook Mobile, für welches ganz besonders das Argument der einfachen Synchronisation zutrifft.
Ebenso bekannt dürfte den Anwendern der Windows Media Player sein. Die meisten Smartphones wurden bis Windows Mobile 6.5 mit Version 9 ausgeliefert, die neuesten Geräte bieten Version 10. Er unterstützt die WMA-, WMV-, MP3- und AVI-Formate. MPEG-Dateien werden dagegen aktuell noch nicht unterstützt, es gibt aber Programme von Drittanbietern, die dieses ermöglichen.
Windows Phone garantiert Leistungsstärke
Während Windows Mobile 6.5 noch als recht behäbig galt, ist Microsoft mit Windows Phone 7 in die Zukunft vorgestoßen. Damit nicht erneut eine träge Reaktion der Benutzeroberfläche zum Marketing-Stolperstein wird, hat Microsoft diesmal rigide Hardware-Voraussetzungen vorgegeben. Entsprechende Geräte müssen einen Prozessor mit 1 GHz Taktrate Minimum nutzen, der Touchscreen mindestens 480 x 800 Pixel auflösen können, und zur Bedienung dürfen nur exakt drei Tasten mit den Funktionen Start, Zurück und Suche existieren.
Die einfache Bedienung mit den großen Touch-Kacheln auf dem Startbildschirm ist ebenfalls sehr beliebt bei den Nutzern und hat Windows endlich die gewünschte Einsteigerfreundlichkeit gebracht. Diese birgt aber auch umgekehrt einen Nachteil: Viele empfinden nunmehr WP7 als zu stark simplifiziert und einschränkend – das System gebe viel zu viel vor und erlaube zu wenig individuelle Einstellungen. Das System ist also dermaßen weit auf Einsteiger zugegangen, dass sich viele Profis und alte Windows-Freunde nunmehr Android zuwenden. Das gilt zwar als schwerer zugänglich, erlaubt aber flexiblere Einstellungen.
Das Update “Mango” 7.5 hat aber mit vielen Problemen in dieser Hinsicht aufgeräumt und ein paar mehr Einstellungsmöglichkeiten eingeräumt. Zudem wurden notwendige Funktionen wie Copy&Paste ergänzt, die bislang aus unerfindlichen Gründen noch fehlten. Darüber hinaus ist Nokia auf den Zug aufgesprungen und will nicht nur seine Highend-Smartphones mit Windows Phone ausstatten, sondern auch seine großartigen Apps wie Nokia Maps für alle Windows-Nutzer bereitstellen. Das könnte dem bislang erstaunlich wenig beachteten System zum Durchbruch verhelfen.
Windows Phone 8: Ein System für alle mobilen Geräte?
Die nächste Version wird wohl Windows Phone 8 sein, auch als Apollo bezeichnet. Dahinter verbirgt sich ein wahrlich großer Versionssprung, denn entsprechende Smartphones sollen nicht nur standardmäßig NFC unterstützen, sondern dem gleichen Ökosystem angehören wie die kommenden Tablets von Microsoft. Theoretisch wird es also ein Betriebssystem für beide Gerätearten geben – ähnlich dem umjubelten Android 4.0. Es wird also spannend gegen Ende 2012.
Die Vergangenheit: Windows Mobile 6 – Starre Benutzerverwaltung und träge Reaktionen
Während Windows Phone Hoffnungen macht, sollte von Windows Mobile eher Abstand genommen werden. Denn das Betriebssystem wird nicht mehr groß mit neuen Apps versehen, auch wenn der bestehende Pool natürlich schon sehr groß ist. Nachteilig war zudem die etwas starre Benutzerverwaltung bei den früheren Windows-Mobile-Versionen. Denn diese ist kein integraler Bestandteil des Betriebssystems. Der Nutzer kann also nur dann bestimmten Personen Klingeltöne und Vibrationsalarme zuordnen oder die Lautstärken mit Umgebungsprofilen koppeln, wenn es die Firmware des jeweiligen Smartphones gestattet.
Desweiteren gilt Windows Mobile nicht gerade als das schnellste aller Betriebssysteme, was viele Anwender regelmäßig moniert haben. So kann der Start einer Anwendung schon einmal spürbar verzögert erfolgen. Als aktuelle und wohl auch letzte Version des alten Windows Mobile kommt derzeit 6.5 zum Einsatz. Es wird keine Upgrades von Windows Mobile 6.5 auf Windows Phone 7 geben – das neue Betriebssystem soll eine neue Ära der intuitiven Bedienung einläuten, die nicht durch schwächelnde Alt-Hardware beeinträchtigt wird.
Stand: 01/2012

RSS-Feed abonnieren zum Thema

[...] hatte HP bei Tablet PCs ausschließlich auf Windows gesetzt und wollte die neue Generation mit Windows Phone 7 ausstatten. Mit der Übernahme des angeschlagenen Smartphone-Spezialisten Palm wurden die [...]