HSDPA: Mobiles Internet auf DSL-Niveau

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Technik Unterschiede zu DSL Verbreitung

Was ist HSDPA?
Bei HSDPA (high speed downlink packet access) handelt es sich um ein Verfahren zur Datenübertragung, das auf UMTS (dem Mobilfunkstandard der dritten Generation) basiert. Entsprechend wird HSDPA des Öfteren auch als 3.5G oder 3G+ bezeichnet. Der Datenturbo erhöht die Download-Geschwindigkeit auf mindestens 1,8 MBit/s – also auf mehr als das Vierfache des mit UMTS möglichen. Das sind Datenraten, wie man sie sonst nur vom heimischen PC mit DSL-Anbindung kennt.

Und sie steigen kontinuierlich: Kurz nach Einführung von HSDPA mit 1,8 MBit/s wurden die Netze auf 3,6 MBit/s aufgerüstet, mittlerweile sind dank des verbessertem HSPA+ lokal auch Datenraten von bis zu 14,4 MBit/s möglich. Mittelfristig beabsichtigen die Netzbetreiber, mit HSDPA/HSPA+ im gesamten Netz Geschwindigkeiten von bis zu 42,2 MBit/s zu erzielen. Die beiden Netzausrüster Ericsson und Huawei haben sogar schon vorgeführt, wie langfristig Geschwindigkeiten von bis zu zu 56 MBit/s per relativ einfachem Software-Upgrade und MiMo-Antennentechnik (Multiple-Input-Multiple-Output) erzielt werden können.

Nicht in jeder Hinsicht wie DSL
Hierbei ist aber zu beachten, dass HSDPA ausschließlich den Download von Daten beschleunigt – der Upload bleibt hiervon unberührt und damit bei den mageren 128 kBit/s von UMTS. Wer auch diesen beschleunigt haben will, muss darauf achten, dass sein Mobiltelefon auch HSUPA besitzt. Dies ist die Schwestertechnologie, die ihrerseits nur den Upload beschleunigt. HSUPA wird dabei ebenfalls in immer mehr Handys integriert, beide Beschleuniger zusammen werden von den Herstellern vielfach einfach unter HSPA zusammengefasst.

Doch auch die Ping-Zeiten entsprechen keinesfalls denen, die man von DSL gewohnt ist. Diese beschreiben die Zeit, die zwischen dem Senden einer Anfrage und der Antwort des Servers vergeht. Und bei HSDPA sind diese Zeiträume mit 150 bis 200 ms deutlich höher als bei DSL mit unter 50 ms. Daher sind Online-Spiele und gestreamte Videos auch mit HSDPA oftmals kein Vergnügen. Der Datenturbo dient vor allem dem rasanten Surfen und dem zügigen Download großer Dokumente oder E-Mails mit Dateianhängen.

Wer kann HSDPA nutzen?
Doch nicht alle kommen gleichermaßen in den Genuss des Turbo-Internets. Die Netzbetreiber betreiben den Ausbau ihrer UMTS-Netze auf HSDPA und HSPA+ mit unterschiedlichem Engagement. Am weitesten sind bislang die beiden großen Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone. T-Mobile-Kunden haben nach Angaben des Unternehmens im gesamten UMTS-Netz Zugriff auf HPA+, wobei durchweg 42,2 MBit/s zur Verfügung stehen sollen. Natürlich können vertragliche Regelungen andere Geschwindigkeiten vorschreiben, da dies nur die Maximalbrandbreite darstellt, die sich mehrere Nutzer einer Funkzelle teilen müssen. Vodafone steht da übrigens nur wenig zurück, hier sind im Netz mittlerweile bis zu 14,4 MBit/s möglich – und der nächste Ausbauschritt steht unmittelbar bevor.

o2 folgt an dritter Stelle. Auch hier wurde das ganze UMTS-Netz mittlerweile umgerüstet, die Downloadgeschwindigkeit wurde dabei in den letzten Jahren fast durchweg auf 7,2 MBit/s erhöht. Das ist zwar deutlich weniger als bei der Konkurrenz, dafür punktet der Provider bei der Verbindungsstabilität. E-Plus wiederum hat lange Zeit gar kein HSDPA angeboten. Erst sehr langsam folgte das Umdenken, mittlerweile wird der Ausbau forscher vorangetrieben und es sollen rund 85 Prozent des UMTS-Netzes aufgerüstet sein. Die Geschwindigkeiten bewegen sich dabei je nach Anbindung der Basisstationen ans Internet zwischen 3,6 und 21,6 MBit/s.

Daher: Wer HSDPA und damit mobiles Breitband-Internet nutzen möchte, sollte nicht nur darauf achten, dass sein Handy den Turbo unterstützt – sondern auch sein Netzbetreiber. Darüber hinaus gilt: Die von den Netzbetreibern angegebenen Werte sind oftmals theoretischer Natur und gelten nur unter idealen Bedingungen. Meist liegt die tatsächliche Geschwindigkeit spürbar unter diesen Maximalwerten.

Stand: 02/2012

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9 Kommentare »
#1 jan 12.08.2008 13:59

O2 bietet mittlerweile auch weitestgehend hsdpa an, einzig eplus hinkt noch hinterher und bietet lediglich “normales” umts

#2 stef 09.12.2008 01:25

@jan: E-Plus hat leider den Zug verpasst was HSDPA betrifft. Base& Eplus wollen nun zwar laut neusten Informationen Notebook Bundle anbieten.. ein Netbook mit UMTS Flatrate für einen Euro.

#3 Kuban 27.03.2009 22:34

Ich habe seit 6 Monate O2 HSDPA und der Empfang ist sehr schlecht. Also ich würde niemandem vorschlagen. HSDPA nicht von O2,lieber von anderen Anbietern…Leider ist es so….

#4 Janko 30.03.2009 08:21

Hallo Kuban,

wo nutzen Sie denn HSDPA von o2? Gerade bei o2 schwankt die Leistung der Netzversorgung ja Gerüchten zufolge deutlich.

#5 Enrico 31.03.2009 15:57

Also in Dresden, Leipzig und Chemnitz ist O2-HSDPA stabil. Das habe ich getestet. Möglich das die Netzversorgung ausserhalb größerer Städte abnimmt.

[...] ich euch nicht verraten, die war zu lange, da das Gerät nur im GPRS Modus lief obwohl es UMTS und HSDPA [...]

#7 Daniel 13.04.2010 23:25

Laut Aussage der Connect ist das o2 Netz mittlerweile eine “gleichwertiges” Mobilfunknetz wie D1 und D2… Davon bin ich noch nicht wirklich überzeugt.

[...] Der chinesische Hersteller Huawei bringt sein eigenes Multimedia-Tablet nun offiziell in Europa auf den Markt. Ab dem 12. August 2010 ist das Huawei SmaKit S7 zunächst in Österreich erhältlich und wird dort über den Netzbetreiber A1 vertrieben. Der Grund für den Verkauf über einen Mobilfunkanbieter ist die integrierte Mobilfunkschnittstelle: Anders als mit den meisten anderen Tablet PCs kann mit dem S7 also direkt ab Werk telefoniert werden, zudem unterstützt die Schnittstelle den HSPA-Beschleuniger. [...]

#9 Peter 25.03.2011 16:47

Zum Glück gehts ja bald los mit dem HSDPA Nachfolger LTE. Dann wird es richtig interessant und richtig schnell…

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